DIE HUNGERFESTUNGEN

Ai Scarsitt [1]

Der erste Turm, „Ai Scarsitt“ (benannt nach einer im frühen 20. Jahrhundert ausgestorbenen Patrizierfamilie), wurde erstmals 1938 verändert, als die Stufen vor der Tür entfernt wurden. Bis 1957 wurde er an Privatpersonen vermietet und blieb die am besten erhaltene Festung. Doch in jenem Jahr wurde das Dach entfernt und die Tür aufgebrochen, was zum Verfall führte.
Dank der Sensibilisierungsarbeit und der Intervention des Kantons konnte das Turm wieder in seinen ursprünglichen Zustand restauriert werden. 2003 wurde das Dach gemäß den Originalplänen rekonstruiert, und im folgenden Jahr wurden die Innen- und Außenwände und der Dachstuhl renoviert, eine neue Zwischendecke mit Treppe aus Lärchenholz eingebaut und ein Innen- und Außenbeleuchtungssystem installiert.

Ai Munt [2]

Der zweite Turm, „Ai Munt“ oder „Sura ai Sturn“, blieb jahrelang ohne Dach. 1957 wurde er restauriert, jedoch auf Kosten des ersten Turms. Dank der Unterstützung des Kantons konnten Renovierungsarbeiten durchgeführt werden, darunter die Erneuerung der Tür, die Instandsetzung der Treppe und die Installation der Elektrik. Dadurch kann auch dieser Turm vielseitiger genutzt werden, auch als Ausstellungsraum. Die Außenbeleuchtung sorgt dafür, dass dieser Turm – ebenso wie der erste – nachts von Locarno bis Bellinzona sichtbar ist.

Ala Peléra [3]

Der dritte Turm, „Ala Peléra“ (die Herkunft des Namens ist unklar) oder „Al Mött del Riaa“, ist der einzige einstöckige Turm unter den Festungen.
Er blieb bis in die 1930er-Jahre unversehrt, als ein Brand – vermutlich Brandstiftung – das Dach und das Innere zerstörte.
Nach der Gründung des Vereins setzte sich dieser dafür ein, das Bauwerk von Brombeerengestrüpp zu befreien und zugänglich zu machen, unter anderem durch den Bau einer kleinen Holzbrücke.

Al Sass del Camósc [4]

Der vierte Turm, „Al Sass del Camósc“ (der Fels der Gemse), wurde auf einer Hügel errichtet und bietet eine herrliche Aussicht von der Riviera bis ins Locarnese.
Er ist von üppiger Vegetation umgeben. Ohne Dach, Treppe oder Galerie erinnern sich ältere Bewohner noch daran, dass er einst Pfosten und einen Türsturz hatte, die damals vom Pian Grande hierher transportiert wurden. 1943 wurden diese Bauteile von einer Pioniereinheit entfernt, ebenso wie die Eingangsstufen.
Der Verein hat den Zugang zur Festung verbessert, indem er den Eingangsbereich und den Weg instand gesetzt hat.

Al Pian di Bur [5]

Der fünfte Turm, „Al Pian di Bur“, wurde 1943 von der Eidgenossenschaft an das damalige Elektrizitätswerk von Bellinzona (heute AMB) übertragen.
Er blieb bis 2023 in seinem ursprünglichen Zustand, wurde jedoch kürzlich einer umfassenden Restaurierung unterzogen. Im Jahr 2025 wird er als Energie-Museum eröffnet – ein Projekt, das von AMB in Zusammenarbeit mit dem Technorama Winterthur gefördert und realisiert wird.
Der Turm bietet eine wunderschöne Aussicht auf das Morobbia-Tal und liegt zudem an der „Via dell’Acqua“, einem Pfad, der vom Carmena-Staudamm hinunterführt.

www.fortinoenergia.ch

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